Dienstag, 25. Januar 2011

Pater familias (V)

Okay, ich geb es zu: Ich mochte David Beckham. Ich habe auch schon einmal einen Celine-Dion-Song mitgesummt. Und ich habe 1981 alle Zeitungsschnipsel über die Heirat von Prinz Charles und Lady Di gesammelt und abgeheftet. Aber ist das jetzt die Strafe dafür: die Zimmer meiner 3- bzw. 5-jährigen Töchter versinken in einem Meer von Rosa und oder Pink. Möge die Spielzeugindustrie und Prinzessin Lillifee in der Hölle Kitty schmoren.

Heute gehört es schon für fünfjähriges Kleingemüse zum guten Stil, nicht ohne rosa Lippgloss aus dem Haus zu gehen. An Weihnachten fasziniert auch nicht mehr das "Klingelingeling" vom Christkind, sondern der "Papa, schau mal"-Glitzer am Tannebaum.

Von Konrad Adenauer zu Angela Merkel, von Barbie zu Prinzessin Lillifee, ist das der Fortschritt der Geschichte, den Hegel meinte? Die Herkunft des Pinkwahnsinns aufzuklären, überlasse ich arbeitslosen Soziologen und Alice Schwarzer. Ich für meinen Teil kaufe alles, was die Rosa Nostra herstellt, allein schon um meine Ruhe zu haben. Derweil tröste ich mich damit, dass die rosa Phase von Pablo Picasso auch irgendwann einmal vorbei war.

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